Nachfolgend haben wir für euch einige Begriffe und deren Erklärungen gelistet:

(internalisierte) Homophobie / (internalized) Homophobia:
Homophobie bezeichnet die Angst vor, Ablehnung von, Wut über, Intoleranz von oder Unbehagen gegen homosexuelle und bisexuelle Menschen oder Menschen, die als homosexuell oder bisexuell wahrgenommen werden. Dies kann sich in u.a. Diskriminierungen oder verbaler bzw. körperlicher Gewalt äußern. Als internalisierte Homophobie bezeichnet man eine Homophobie, die gegen die eigene homosexuelle Orientierung und damit gegen sich selbst gerichtet ist, dies passiert oft in einer homophoben Umgebung und/oder vor dem eigenen inneren Coming out.

(internalisierte) Transphobie: / (internalized) Transphobia:
Transphobie bezeichnet die Angst vor, Ablehnung von, Wut über, Intoleranz von oder Unbehagen gegen transsexuelle und transgender Menschen oder Menschen, die als homosexuell oder transsexuell oder transgender wahrgenommen werden. Dies kann sich in u.a. Diskriminierungen oder verbaler bzw. körperlicher Gewalt äußern. Als internalisierte Transphobie bezeichnet man eineTransphobie, die gegen die eigene Transsexualität und damit gegen sich selbst gerichtet ist, dies passiert oft in einer transphoben Umgebung und/oder vor dem eigenen inneren Coming out.

Sexismus / sexism:
Sexismus bedeutet, dass einer Person aufgrund ihres Geschlechts (sex oder gender) bestimmte Eigenschaften bzw. Stereotype zugeschrieben werden, die das Individuum in seiner*ihrer Ausdrucks- und Lebensweise begrenzen. Diese Zuschreibungen führen letztendlich zu Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts einer Person, also wenn das Stereotyp ist, dass Frauen* keine Führungspersönlichkeiten sind, werden wenige bzw. keine Frauen* für Führungskräfte-Posten ausgewählt. Von Sexismus sind vor allem (aber nicht nur) Frauen betroffen, da diese weniger gesellschaftliche Macht als Männer haben. Sexismus dient als Instrument, Machtverhältnisse herzustellen und zu bewahren.

Heterosexismus / Heterosexism:
Unter Heterosexismus wird ein gesellschaftliches Klima verstanden, in dem heterosexuelle Beziehungen immer bevorzugt und gleichgeschlechtliche/polyamouröse/queere Lebensweisen diskriminiert und unsichtbar gemacht werden.

Agender, Genderless:
Dies ist eine Geschlechtsidentität, bei der ein Mensch sich keinem gender, also keiner Geschlechtsidentität, zugehörig fühlt.

Androgyn / Androgynous:
Androgyn bezeichnet eine Geschlechtspräsentation, die sowohl männliche als auch weibliche Elemente hat, wird aber manchmal auch als Beschreibung für eine Geschlechtsidentität benutzt, die sich zwischen männlich und weiblich verortet.

Asexuell, Asexualität / Asexual, Asexuality:
Eine asexuelle Person fühlt keine sexuelle Anziehung zu anderen Menschen oder fühlt so wenig sexuelle Anziehung zu Menschen, dass er*sie es als nicht existent einstuft. Asexualität heißt nicht, dass eine Person zölibatär lebt, zum einen, da das Zölibat eine freie Entscheidung und keine sexuelle Orientierung ist, und zum anderen, weil asexuelle Menschen auch Sex mit anderen Menschen, beispielsweise einem*r nicht-asexuelle*n Partner*in haben können. Asexuelle Menschen können trotzdem romantische und/oder emotionale Beziehungen zu anderen Menschen eingehen.

Bigender:
Eine Person ist bigender, wenn sie*er zwei Geschlechtsidentitäten hat (traditionellerweise männlich und weiblich, aber es sind auch andere Kombinationen möglich wie männlich und intergender). Dazu können auch entsprechende Verhaltensweisen und eine Geschlechtspräsentation gehören, müssen aber nicht. Die beiden Geschlechtsidentitäten können gleichzeitig oder immer wieder nacheinander auftreten.

Binäres Geschlecht / binary gender bzw. binary sex:
Die Binarität der Geschlechter bezieht sich auf das gesellschaftliche Geschlechtersystem, das nur zwei Optionen (und keine Zwischenstufen) zulässt, nämlich männlich und weiblich. Dies gilt sowohl für die sozialen Rollen und Geschlechtsidentitäten [gender] sowie für die biologisch-anatomischen Geschlechter [sex]

Biologisches Geschlecht [sex]:
Das biologische Geschlecht (auch anatomisches Geschlecht) bezeichnet die Geschlechtsmerkmale des Körpers [Genitalien, Chromosomen, Keimdrüsen, Hormone etc]. Insbesondere die Genitalien werden bei der Geburt dazu benutzt, eine Person einem Geschlecht zuzuweisen, die Optionen sind hierbei männlich, weiblich oder intersex. Das biologische Geschlecht muss von der sozialen Geschlechterrolle oder der Geschlechtsidentität einer Person unterschieden werden.

Bisexuell, Bisexualität / bisexual, bisexuality:
Eine bisexuelle Person fühlt sich romantisch und/oder sexuell zu Menschen zweier Geschlechter hingezogen. Dies sind meistens Männer und Frauen, können aber auch bspw. Frauen und non-binary Menschen sein. Allerdings sind Defintionen von Bisexualität sehr verschieden und umstritten.

(internalisierte) Biphobie / (internalized) Biphobia:
Biphobie bezeichnet die Angst vor, Ablehnung von, Wut über, Intoleranz von oder Unbehagen gegen bisexuelle Menschen oder Menschen, die als bisexuell wahrgenommen werden. Dies kann sich in u.a. Diskriminierungen oder verbaler bzw. körperlicher Gewalt äußern. Als internalisierte Biphobie bezeichnet man eine Biphobie, die gegen die eigene bisexuelle Orientierung und damit gegen sich selbst gerichtet ist, dies passiert oft in einer homophoben und biphoben Umgebung und/oder vor dem eigenen inneren Coming out. Auch die queere Szene wird teilweise als biphober Ort beschrieben, in dem es viele Vorurteile gegenüber Bisexualität gibt.

Cis, Cisgender, Cissexuell:
Die Vorsilbe ‚Cis‘ wird benutzt, um auszudrücken, dass eine Person sich mit dem Geschlecht identifiziert, dem er*sie bei der Geburt aufgrund seiner*ihrer Genitalien zugewiesen wurde. ‚Cis‘ ist somit das Gegenteil zu ‚Trans‘.

Coming out:
Das Coming out beschreibt den Prozess, in dem eine Person sich selbst über seine*ihre Geschlechtsidentität bzw. –rolle und/oder sexuelle Orientierung bewusst wird [inneres coming out] und beginnt, mit anderen darüber zu sprechen [äußeres coming out]. Vor allem das äußere coming out ist dabei ein lebenslanger Prozess.

Community, Szene / scene:
Als ‚Community‘ wird die Gesamtheit aller queeren Individuen, Organisationen und Gruppen in einem Gebiet (meistens auf eine Stadt, ein Bundesland oder einen Staat beschränkt) beschrieben.

Drag King:
Ein Drag King performt (übertriebene) Maskulinität im Kontext einer Show, einer Performance o.ä. Drag Kings sind dabei oft Cis- Frauen und sollten nicht mit Transmännern verwechselt werden.

Drag Queen:
Eine Drag Queen performt (übertriebene) Weiblichkeit im Kontext einer Show, einer Performance o.ä. Drag Queens sind dabei oft Cis- Männer und sollten nicht mit Transfrauen verwechselt werden.

Drittes Geschlecht / Third Gender:
Es gibt nicht das eine ‚dritte Geschlecht‘. Manche Menschen in Deutschland fordern einen dritten Geschlechtseintrag im Pass für transgender und intersexuelle Personen, aber das ‚dritte Geschlecht‘ wird auch von Menschen zur Beschreibung ihrer Geschlechtsidentität, die zwischen männlich und weiblich liegt, benutzt.

Genderfluid:
Genderfluid bezeichnet eine Geschlechtsidentität, die sich mit der Zeit oder bezogen auf bestimmte Situationen ändert. Im Unterschied zu einer genderqueeren Identität ändert sich die Identität und ist beispielsweise nicht immer außerhalb der Geschlechterbinarität zu verorten.

Genderqueer:
Genderqueer ist zum einen ein Überbegriff für Menschen, die aus der Norm der Geschlechterbinarität fallen, zum anderen aber auch eine Geschlechtsidentität für Menschen, die sich sowohl als Frau und Mann (gleichzeitig oder immer nacheinander) oder weder als Frau noch als Mann identifizieren. Die Abgrenzung zum Begriff ‚Genderfluid‘ ist damit nicht eindeutig zu machen.

Geschlechtsidentität / gender identity:
Die Geschlechtsidentität eines Menschen bezeichnet, mit welchem oder welchen Geschlecht/ern sich ein Mensch selbst identifiziert. Dies muss von dem biologischen Geschlecht eines Menschen abgegrenzt werden.

Geschlechtspräsentation / gender presentation:
Die Geschlechtspräsentation bezeichnet die äußere Darstellung von Geschlecht, beispielsweise durch Kleidung, Gestik oder Verhalten. Die Geschlechtspräsentation gibt es kulturell nur in einem Spektrum zwischen männlich und weiblich. Geschlechtspräsentation, biologisches Geschlecht und/oder Geschlechtsidentität einer Person müssen nicht miteinander übereinstimmen.

Hermaphrodit, Herm:
Hermaphrodit ist eine veraltete medizinische, stigmatisierende Bezeichnung für einen intersexuellen Menschen.

Heterosexualität, heterosexuell / Heterosexuality, heterosexual, straight:
Heterosexualität ist die sexuelle Orientierung, die auf Menschen des/eines anderen Geschlechts (sex/gender) hin gerichtet ist. Diese sexuelle Orientierung gilt als Norm in unserer Gesellschaft.

Homosexualität, homosexuell / Homosexuality, homosexual:
Homosexualität bezeichnet die sexuelle Orientierung, die sich auf Menschen des/einen eigenen Geschlechts(sex/gender) bezieht. Homosexuelle Männer werden als schwul bezeichnet, homosexuelle Frauen als lesbisch. Die Bezeichnung ‚homosexuell‘ lehnen viele Lesben und Schwule ab, da der Begriff in seiner Entstehungszeit vor allem medizinisch gebraucht wurde.

Intergender:
Intergender bezeichnet Menschen, deren Geschlechtsidentität sich zwischen den binären Geschlechtern, also zwischen männlich und weiblich befindet.

Intersex, Intersexualität / Intersex, Intersexuality:
Intersexuelle Menschen sind Menschen, deren körperliches Geschlecht (beispielsweise die Genitalien oder die Chromosomen) nicht der medizinischen Norm von ‚eindeutig‘ männlichen oder weiblichen Körpern zugeordnet werden kann, sondern sich in einem Spektrum dazwischen bewegen. Bis heute werden intersexuelle Kinder nach der Diagnose zu einem (meistens dem weiblichen) Geschlecht um operiert mit teilweise erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen und psychischen Problemen. Um Intersexualität mit einer sexuellen Orientierung zu verwechseln spricht man heute von ‚Intersex‘.

Lesbisch, Lesbe / lesbian:
Als lesbisch werden Frauen bezeichnet, die sich romantisch und/oder körperlich zu anderen Frauen hingezogen fühlen.

LSBTTIQQAA+ / LGBTTIQQAA+:
Diese Kombination von Buchstaben (die es auch in anderen Varianten gibt) versucht alle Identitäten im queeren Spektrum abzubilden. Da das nicht möglich ist, steht am Ende das ‚+‘. Die Buchstaben hier stehen für: lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender [manchmal auch: transidente], intersexuelle, queere, questioning [‚fragende‘, also Menschen, die sich (noch) nicht über ihre sexuelle und geschlechtliche Identität im Klaren sind], asexuelle Menschen und Allys [Alliierte, also Unterstützer*innen].

Non-binary:
Als non-binary (‚nicht-binär‘) werden Menschen bezeichnet, die sich nicht als Mann oder Frau identifizieren. Non-binary ist aber auch inklusiv für intersexuelle Menschen. Insgesamt kann der Begriff als Überbegriff für beispielsweise transgender sein.

Outing, outen:
Jemanden zu outen bedeutet, die Geschlechtsidentität und/oder sexuelle Orientierung eines Menschen einem anderen Menschen, einer Gruppe und/oder der Öffentlichkeit zu verraten, meistens ohne die Zustimmung oder Einwilligung der betroffenen Person. Das Coming Out einer Person erfolgt hingegen freiwillig.

Pansexualität, pansexuell / Pansexuality, pansexual:
Pansexualität ist eine sexuelle Orientierung, mit der sich Menschen identifizieren, die sich zu Menschen aller Geschlechter sexuell bzw. körperlich hingezogen fühlen und/oder ihre sexuelle Anziehung basiert auf anderen Faktoren als dem Geschlecht des*der Anderen.

Polyamoury:
Polyamouröse Menschen verlieben sich in mehr als nur eine Person auf einmal und haben oft romantische und/oder sexuelle Beziehungen mit mehr als einer Person. Wichtig ist, dass alle Beziehungs- und Sexualpartner*innen von diesem Arrangement wissen und damit einverstanden sind.

Queer:
Im Englischen war ‚queer‘ lange Zeit ein Schimpfwort, insbesondere gegenüber schwulen Männern. Heute wird der Begriff aber positiv als Selbstbezeichnung gebraucht, vor allem von Menschen, die ihre Identität als ‚außerhalb der gesellschaftlichen Norm‘ gebrauchen. Außerdem wird der Begriff als Überbegriff benutzt für Menschen, die nicht in die romantischen, sexuellen und/oder geschlechtlichen Normen der Gesellschaft passen. Queer ist aber auch eine Theorierichtung und ein Wissenschaftszweig, in dem Schubladendenken aufgebrochen werden soll, verschiedene Unterdrückungsformen miteinander verknüpft gedacht werden sollen und insbesondere Sexualität als ein Ort der Unterdrückung untersucht wird.

Questioning:
Questioning (‚fragend‘) wird zum einen benutzt für den Zustand der eigenen Identitätfindung im Bereich Geschlecht und Sexualität, zum anderen gelten ‚Fragende‘, also Menschen, die passende Begriffe für sich selbst, wie ‚lesbisch‘ oder ‚genderqueer‘ (noch) nicht gefunden haben, als fester Teil der queeren community.

Schwul / Gay:
Schwul bezeichnet Männer, die sich emotionell und/oder sexuell zu anderen Männern hingezogen fühlen. Das englische Wort ‚gay‘ steht als Überbegriff auch für lesbische Frauen.

Trans*:
Trans* ist ein Überbegriff für transsexuelle, transidente und transgender Menschen, also allen Menschen, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, dem sie bei der Geburt zugewiesen wurden. Das Sternchen (*) wird als Platzhalter gedacht, an das sich alle trans-Identitäten anhängen können. Es wird auch als Form der geschlechtergerechten Sprache benutzt, beispielsweise Leser*innen, um auch trans*-Menschen einzuschließen.

Transgender:
Transgender ist ein Überbegriff für alle Menschen, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, dem sie bei der Geburt zugewiesen wurden. Die Geschlechtsidentität ist hier nicht nur auf die Positionen ‚männlich‘ und ‚weiblich‘ beschränkt, sondern wird als unendliches Spektrum gesehen.

Transsexuell, Transsexualität / transsexual, transsexuality:
Transgender ist ein Begriff für alle Menschen, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, dem sie bei der Geburt zugewiesen wurden. Die Geschlechtsidentität ist hier meistens nur auf die beiden Pole ‚männlich‘ und ‚weiblich‘ verengt.

Transvestit / Transvestite:
Transvestiten kleiden sich wie das andere / ein anderes Geschlecht aus verschiedenen Gründen, darunter sexuelle Erregung oder als Kostüm.

Unterstützer*in / Ally:
Ein*e Unterstützer*in unterstützt queere Menschen beispielsweise in Bezug auf rechtliche Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe. Dabei ist der*die Unterstützer*in meistens selbst nicht queer bzw. nicht der Personengruppe zugehörig die er*sie unterstützt.

Zugewiesenes Geschlecht / Assigned Sex (Gender):
Das zugewiesene Geschlecht beschreibt das Geschlecht, dem ein Kind bei der Geburt aufgrund von Genitalien zugewiesen wird. Es kann aber auch das Geschlecht bezeichnen, zu dem eine intersexuelle Person mithilfe von Genitaloperationen zugewiesen wurde.

Quellen:

http://everydayfeminism.com/2013/01/comprehensive-list-of-lgbtq-term-definitions/
http://aromantics.wikia.com/wiki/Lithromantic
http://aromantics.wikia.com/wiki/Queerplatonic
http://girlfags.jimdo.com/
http://itspronouncedmetrosexual.com/2013/01/a-comprehensive-list-of-lgbtq-term-definitions/
http://feminismus101.de/was-ist-sexismus/
http://www.gender-glossar.de/de/glossar/item/13-sexismus/13-sexismus

Vielen Dank für die Zusammenstellung und Klärung der Begriffe an Annika Spahn.
Weitere Begriffsklärungen findet ihr unter:
www.queer-lexikon.net